Richtig in Bochum ankommen

Integrationskurs Innere Mission - Diakonisches Werk Bochum e.V im Melanchthonsaal
Lehrerin Martina Vaasen unterrichtet die Teilnehmenden jetzt schon im 3. Modul

4. Juli 2018

Integrationskurs der Inneren Mission unterrichtet und bereitet Flüchtlinge auf das Leben in Bochum vor

Nach und nach füllt sich der Raum in der Evangelischen Kirchengemeine Wiemelhausen an der Königsallee. Viele Nationalitäten kommen zusammen.
Die Lehrerin, Martina Vaasen, hauptberuflich an der Technischen Beruflichen Schule 1 in Bochum und seit Januar im Auftrag der Diakonie tätig, ist bereits da und bereitet die Unterrichtsmaterialien vor. Die Mathematikerin und Diplom-Sozialwissenschaftlerin unterrichtet Geflüchtete jetzt schon seit acht Jahren. „Alles fing mit einer Anfrage vom kommunalem Integrationsbüro der Stadt Bochum an, ob ich einen Deutsch-Crash-Kurs geben könnte und da ich Menschen liebe, bin ich hier hängen geblieben“, berichtet Martina Vaasen.

Der Integrationskurs richtet sich an Menschen mit Migrations- und Flüchtlingshintergrund, die einen Aufenthaltstitel beziehungsweise eine gute Bleibeperspektive haben sowie an Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union und deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. „Zu allererst steht natürlich die Vermittlung der Sprache, aber es geht auch um die Orientierung, also darum, das Leben in Deutschland kennen zu lernen. Hierzu zählen Kenntnisse zur deutschen Kultur & Geschichte, zu Werten und Rechtsordnung. Konkret fallen darunter Lebensabläufe, Umweltbewusstsein und auch unscheinbare, aber dennoch wichtige Kenntnisse wie Verkehrsregeln“, erklärt Angelika Tybus, Projektleitung für Integrations- und Sprachangebote der Diakonie Bochum.
Bei aktuell 15 Kursteilnehmenden ist die Atmosphäre familiär, locker und aufgeschlossen. „Die Teilnehmenden sind untereinander vernetzt, helfen sich gegenseitig, trotz unterschiedlicher Nationalitäten“, so Martina Vaasen. Auch neben den Kursen gibt es zahlreiche Angebote der Gemeinde Bochum Wiemelhausen. Neben einem Sprachcafé im Ernst-Moritz-Arndt-Haus der Kirchengemeinde wirken die Flüchtlinge auch häufig im Gottesdienst bei Pastor Martin Röttger mit. „Religion spielt keine Rolle“, bestätigt Martina Vaasen.

Der Kurs endet im Februar mit dem skalierten Sprachtest „Deutsch-Test für Zuwanderer“ auf den Niveaustufen A2 bis B1 des GER sowie dem skalierten Test „Leben in Deutschland“. Interessentinnen und Interessenten, die über ein A2- Sprachniveau verfügen, können gerne noch in den laufenden Kurs einsteigen.

Zur Vertiefung der deutschen Sprache bieten BAMF, Jobcenter und Arbeitsagenturen berufsbezogene Deutschprachförderung (DeuFöV Kurse) an.
Sie richtet sich an Asylsuchende, Zugewanderte, EU-Bürgerinnen und Bürger sowie Deutsche mit Migrationshintergrund, die bereits über ein B1-Sprachniveau verfügen. Ziel ist es, durch den Erwerb des B2-Sprachniveaus die Voraussetzungen des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes zu erfüllen und damit die Chancen einer beruflichen Integration in Deutschland zu verbessern. Am 02.07.2018 startet die Diakonie einen B2-Kurs mit insgesamt 400 Unterrichtsstunden. Der Kurs schließt mit einem anerkannten zertifizierten B2-Sprachtest ab. 
Eine Anmeldung ist nicht möglich, die Zuweisungen erfolgen ausschließlich über das Jobcenter bzw. der Agentur für Arbeit. Bei Interesse muss sich mit der zuständigen Vermittlerin/ dem zuständigen Vermittler bei der Agentur bzw. Jobcenter in Verbindung gesetzt werden.

Am 3. September beginnt ein spezieller Integrationskurs für Frauen mit U3-Kinderbetreuung, die aus unsicheren Herkunftsländern kommen oder aufgrund persönlicher Umstände über eine gute Bleibeperspektive verfügen.
Wie bei jedem Integrationskurs umfasst der Kurs das Erlernen der Sprache sowie die Vermittlung von Grundkenntnissen zum Leben in Deutschland. Darüber hinaus werden jedoch spezielle frauen- und mütterbezogene Themen, wie Erziehung, Unterbringung-/ Betreuung von Kindern, Schulsystem in Deutschland, das Selbstbild, das Selbstverständnis und die Rolle der Frau in unserer Gesellschaft, im Mittelpunkt stehen. Um eine Überforderung zu vermeiden, findet der Kurs nur dreimal wöchentlich vormittags statt. Die Ferienzeiten sind unterrichtsfrei. Über einen Zeitraum von 2 Jahren erfolgen rund 1.000 Unterrichtsstunden.
Der Kurs schließt ebenfalls mit dem skalierten Sprachtest „Deutsch-Test für Zuwanderer“ auf den Niveaustufen A2 bis B1 des GER sowie dem skalierten Test „Leben in Deutschland“ ab.

„Schon jetzt gibt es viele Anmeldungen“, sagt Angelika Tybus. Zur Unterstützung werden noch weibliche Lehrkräfte, gerne auch pensionierte Lehrerinnen, gesucht. Lehrerfahrung ist Voraussetzung, optimal wäre eine Zulassung über das Bundesministerium.

Interessierte können sich an Angelika Tybus wenden, unter Tel: 01590/ 4468756

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