Stets innovativ und immer noch hochmodern

Jubiläum Albert-Schmidt-Haus und Offene Altenarbeit
Das Team der Offenen Seniorenarbeit präsentiert die Ausstellung zur Geschichte des Albert-Schmidt-Hauses und der Offenen Altenarbeit (v.l.): Christine Drüke, Annette Lahn, Leitung Ilka Genser, Dominik Rojano Marin und Wieslawa Wloczek.

9. November 2021

Fachbereich Altenhilfe der Diakonie Ruhr feiert 50 Jahre Albert-Schmidt-Haus und 60 Jahre Offene Altenarbeit

Der Fachbereich Altenhilfe der Diakonie Ruhr feiert in diesen Tagen gleich zwei Jubiläen: Das Albert-Schmidt-Haus wurde vor 50 Jahren eröffnet. Schon seit 60 Jahren besteht die Offene Altenarbeit. An beide Anlässe erinnert eine Ausstellung, die bis zum 24. November 2021 im Albert-Schmidt-Haus, Heuversstraße 2, 44793 Bochum, zu sehen ist.

19 großformatige Tafeln blicken auf die Entwicklung des Hauses und der Offenen Altenarbeit zurück und spannen einen Bogen in die Zukunft des Arbeitsfeldes. Ehemalige haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende teilen ihre Erinnerungen. Eine Tafel ist der Zeitschrift „Der Altengruß“ gewidmet, die erstmals 1963 veröffentlicht wurde und bis Ende der 1990er Jahre erschienen ist. Für die Erstellung der Tafeln hat das Team der Offenen Seniorenarbeit jede Menge Archivmaterial gesichtet und aufbereitet.

Das Albert-Schmidt-Haus am Springerplatz im Bochumer Stadtteil Griesenbruch wurde 1971 fertiggestellt. Es war eine der ersten Seniorenwohnanlagen in Nordrhein-Westfalen. Mit 54 öffentlich geförderten, altengerechten Wohnungen, Begegnungsstätte und Therapieangeboten, zu denen seinerzeit auch ein Schwimmbad gehörte, das inzwischen mit einer Platte abgedeckt ist, folgte es einem damals neuen, innovativen Konzept. „Der damalige Ansatz ist immer noch hochmodern“, betonte Fachbereichsleiter Jens Frisch bei der Ausstellungseröffnung. „So wurde das Albert-Schmidt-Haus zur Keimzelle für die weitere Entwicklung des Seniorenwohnens bei der Diakonie Ruhr.“

Das ServiceWohnen in barrierefreien Wohnungen, bei dem qualifizierte Mitarbeitende die Hausgemeinschaft unterstützen und weitere Leistungen wie hauswirtschaftliche Hilfen, Einkaufsdienste, Essensversorgung, Besuchs- und Begleitdienste oder ambulante Pflege bei Bedarf hinzugebucht werden können, entwickelte sich zum Erfolgsmodell. „Aus 54 Wohnungen hier sind über 500 in 10 Wohnanlagen in Bochum, Witten, Dortmund und Lünen geworden“, sagte Jens Fritsch. Das Albert-Schmidt-Haus ist auch nach 50 Jahren weiter sehr begehrt. „Das zeigt eine Warteliste von 100 Personen“, erklärte Ilka Genser, Leiterin der Offenen Seniorenarbeit der Inneren Mission – Diakonisches Werk Bochum. „Wir haben hier bis heute eine großartige Gemeinschaft, in die sich jeder je nach Fähigkeiten einbringen und beteiligen kann“, ergänzte Annette Lahn, die die Seniorinnen und Senioren im Albert-Schmidt-Haus betreut.

Auch mit der Gründung der Offenen Altenarbeit machte der damalige Ortsverband Bochum für Innere Mission einen innovativen Schritt in die Zukunft. „Sie war eine der ersten Stellen in diesem Bereich, die professionell aufgestellt wurden“, erklärte Jens Fritsch. „Und sie war das erste Arbeitsfeld der Inneren Mission, das nicht aus der klassischen Armenfürsorge kam.“

Die Offene Altenarbeit wurde gegründet, um weitere Altenkreise in den Bochumer Kirchengemeinden ins Leben zu rufen. Diese waren bis dato rar gesät. Dabei gab es in den Kirchengemeinden zahlreiche ältere Menschen. Deshalb war das Ziel, Orte der Begegnung und des Austauschs für sie zu schaffen und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Zuständige vor Ort zu begleiten und auszubilden. Die Offene Altenarbeit hat nicht nur die Neugründung zahlreicher Gruppen begleitet, sondern stand insbesondere den Gruppenleitungen und Verantwortlichen in den einzelnen Kirchengemeinden mit Rat und Tat zur Seite. Dies wurde auch durch verschiedene Bildungsangebote gewährleistet.

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich der inzwischen traditionelle Arbeitsbereich der Inneren Mission stetig verändert und gewandelt. Dabei hat er sich stets an den Bedürfnissen und der Lebenssituation der älteren Menschen orientiert. Heute firmiert die Offene Altenarbeit unter dem Namen gemeinsam.ruhr. „Wir haben ein Schlüsselwort gesucht, das stellvertretend für unsere Veranstaltungen stehen soll“, erklärt Dominik Rojano Marin von gemeinsam.ruhr die Namenswahl. „Roter Faden ist das gemeinsame Erleben von Momenten.“ Dazu gehören etwa Kultur, Bildung, Bewegung, Digitalisierung – alles, was Begegnungen zwischen Menschen ermöglicht. Zugleich ist der neue Name aber auch zukunftsorientiert und nimmt generationenübergreifende Angebote in den Blick.

Ein Bereich der Ausstellung ist der Aktion Spurensuche gewidmet. Unter diesem Motto hatte gemeinsam.ruhr dazu aufgerufen, Erinnerungen und Erlebnisse aus verschiedenen Zeiten der Offenen Altenarbeit einzureichen. Etwa 50 Menschen haben sich per Post oder E-Mail beteiligt oder am Telefon ihre Geschichten erzählt. „Die Berichte dokumentieren eindrücklich die Coronazeit“, sagt Dominik Rojano Marin. Was zeigt, welch hohe Bedeutung Gemeinschaft und Begegnungen für ältere Menschen haben. „In Bochum gibt es zirka 140 Gruppen auf Gemeindeebene im Seniorenbereich. Und rund 30.000 Gemeindeglieder sind über 60 Jahre alt“, erklärt Dominik Rojano Marin. „Das macht deutlich, wie wichtig die Arbeit der Ehrenamtlichen ist und unsere Begleitung.“

Die Ausstellung kann bis 24 November 2021 montags von 9 bis 12Uhr, dienstags von 13 bis 16 Uhr und donnerstags von 9 bis 12 Uhr nach Terminvereinbarung unter
0234 6104791 besichtigt werden. Es gelten die 3G-Regeln. Ein entsprechender Nachweis sowie eine Maske sind mitzubringen.

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Bilderstrecke: Impressionen von der Ausstellungseröffnung

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