Menschen aus den Pflegewohngemeinschaften am Ümminger See freuen sich über die Schafe, die in ihrem Garten weiden.

12.09.2023

Wollige Schafe entzücken Menschen in Demenz-WG

RuhrStifter unterstützen Beweidung der Streuobstwiese der Wohngemeinschaften am Ümminger See. Außengelände nach ökologischen Kriterien gestaltet

Drei flauschige Schafe sind für einige Wochen in den Garten der Pflegewohngemeinschaften am Ümminger See gezogen. Ida, Hedwig und Maggie halten dort auf ökologische Weise das hohe Gras und das Unkraut in Schach, das zwischen den jungen Obstbäumen auf der Streuobstwiese hinter dem Haus kräftig gewachsen ist.

Bewohnerinnen und Bewohner – und natürlich auch die Mitarbeitenden – der ambulant betreuten Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz in Langendreer sind von den weißen Wolllieferanten ganz entzückt. Sie locken die Schafe mit Brot an, streicheln ihnen über den Kopf. Vor allem Ida, ein ausgebildetes Therapieschaf, ist sehr neugierig und nimmt gerne mit den Menschen Kontakt auf. „Wie weich die doch sind, wie eine Wolke“, schwärmt eine Bewohnerin.

„Der Kontakt zu den Tieren schenkt Lebensfreude“, sagt Melanie Desens, Bereichs- und Pflegedienstleitung der ambulant betreuten Wohngemeinschaften. „Menschen mit alters- und krankheitsbedingten Einschränkungen blühen richtig auf.“ Damit die Schafe nicht weglaufen und sich auf dem großen Außengelände wohlfühlen, hat Züchterin Iris Behrens aus Sprockhövel einen Unterstand mitgebracht und einen Zaun aufgestellt. Hauptberuflich arbeitet die Schäferin übrigens als anleitende Pflegefachkraft im Wohnheim Wasserstraße der Diakonie Ruhr.

Die Pflegewohngemeinschaften am Ümminger See wurden Ende 2022 eröffnet. Sie bieten auf zwei Etagen jeweils zwölf Menschen mit einer Demenz ein Zuhause. Bei dem Projekt hat die Diakonie Ruhr großen Wert auf nachhaltiges Bauen gelegt. Auch die Gestaltung des Außengeländes erfolgte nach ökologischen Kriterien. Hinter dem Gebäude wurde eine Streuobstwiese mit Kirsch-, Apfel- und Birnbäumen angelegt. „Unsere Gartengruppe aus engagierten Angehörigen möchte mit Bewohnerinnen und Bewohnern noch einen Barfußpfad bauen, auf dem sich verschiedene Untergründe erleben lassen“, verrät Melanie Desens.

Die Schafsbeweidung ist Teil des Nachhaltigkeitskonzepts. Sie wird mit Unterstützung der Förderstiftung der Diakonie Ruhr „RuhrStifter“ ermöglicht.