Caritas und Diakonie verabschieden sich aus der Flüchtlingsbetreuung

Caritas und Diakonie verabschieden sich aus der Flüchtlingsbetreuung
Gemeinsames Pressegespräch mit Jens Fritsch (li.), Vorstand der Inneren Mission, Hans-Werner Wolff (re.), Vorstand vom Caritasverband für Bochum und Wattenscheid, sowie Susanne Middendorf, Bereichsleiterin beim Caritasverband für Bochum und Wattenscheid.

20. Februar 2020

200 Wohnungen im Steinkuhl und in anderen Stadtbezirken sind betroffen

Nachdem der Caritasverband Bochum und die Diakonie Ruhr über drei Jahre die Bewohnerinnen und Bewohner der städtischen Flüchtlingsunterkunft in der Girondelle 6 sowie die umliegenden Wohnungen im Steinkuhl betreut haben, endet am Freitag, 21. Februar, die gemeinsame Beauftragung. Fortan werden die geflüchteten Menschen durch das bundesweit agierende Privatunternehmen european homecare versorgt.

Um noch einmal auf das gemeinsam Erreichte zurückzublicken und sich von den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Partnern im Stadtteil zu verabschieden, hatten die beiden Wohlfahrtsverbände heute Mittag zu einer kleinen Feier mit Imbiss in die Räume der Flüchtlingsunterkunft in der Girondelle eingeladen.

„Wir haben in den letzten vier Jahren zahlreiche und gute Kontakte zu den Menschen und Initiativen hier im Steinkuhl aufgebaut. Gerne hätten wir unsere Arbeit fortgesetzt, deshalb haben wir uns zusammen mit der Diakonie im vergangenen Herbst bei der öffentlichen Ausschreibung darum beworben. Die Stadt Bochum hat jedoch anders entschieden“, bedauert Bereichsleiterin Susanne Middendorf vom Bochumer Caritasverband.

Ihre Diakonie-Kollegin Janina Fiehn fügt hinzu: „Neben der Girondelle sind 100 weitere Wohnungen betroffen, die von Geflüchteten genutzt werden und die wir seit dem Sommer 2017 betreut haben.“

Insgesamt waren die beiden christlichen Wohlfahrtsverbände fünf Jahre im Bereich der „sozialarbeiterischen und einrichtungsverwaltenden Betreuung von Asylsuchenden und Geflüchteten“, so der offizielle Ausschreibungstitel der Stadt, tätig.

„Bereits zu Beginn des Flüchtlingszustroms waren wir von Anfang 2016 bis Januar 2017 mit unseren Mitarbeitenden für die 448 Plätze umfassende Zeltunterkunft an der Alten Wittener Straße in Laer verantwortlich“, erzählt Susanne Middendorf. Hinzu kamen Übergangsheime an der Kemnader Straße in Stiepel, am Harpener Hellweg sowie am Kuhlenkamp in Weitmar-Mark. Ebenso waren Sozialarbeiter von Caritas und Diakonie für das sogenannte „Übergangsmanagement“ im Einsatz, das Flüchtlinge bei der Wohnungssuche unterstützt hat.

„Es war damals eine ziemliche Herausforderung, von jetzt auf gleich so viele Menschen aufzufangen, die zum Teil Schlimmes erlebt hatten und hier in Bochum komplett fremd waren“, erinnert sich Janina Fiehn. „Dabei konnten wir zum Glück auf unsere langjährige Erfahrung in der sozialen Arbeit, unsere Netzwerke sowie die wertvolle Unterstützung durch Kirchengemeinden und andere Ehrenamtliche zurückgreifen.“

Es fällt den Mitarbeitenden nicht leicht, die Betreuung der ihnen anvertrauten Menschen in andere Hände zu geben. Doch so ganz verabschieden sich die beiden Verbände nicht aus diesem Themenbereich: Mit der Migrations- und Flüchtlingsberatung der Caritas in der Huestraße sowie der Regionalen Flüchtlingsberatung der Diakonie stehen den Geflüchteten weiterhin kompetente Fachleute zur Seite.

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