Feierabendhäuser trauern um Otto W. Flörke

Porträt Prof. Otto W. Flörke

29. Juli 2021

Ehemaliger Angehöriger, langjähriger ehrenamtlicher Mitarbeiter, Beiratsvorsitzender, Freund, Förderer und kritischer Begleiter des Altenzentrums am Schwesternpark mit fast 95 Jahren verstorben

Das Altenzentrum am Schwesternpark Feierabendhäuser trauert um Prof. Dr. Otto Wilhelm Flörke. Der Gründungsprofessor der Ruhr-Universität Bochum, ehemalige Angehöriger, langjähriger ehrenamtlicher Mitarbeiter, Beiratsvorsitzender, Freund, Förderer und kritischer Begleiter der Einrichtung ist am 28. Juli 2021, wenige Tage vor seinem 95. Geburtstag, friedlich eingeschlafen. Ein persönlicher Nachruf von Einrichtungsleiter Andreas Vincke:

Als Professor Flörke an die Ruhr-Universität Bochum berufen wurde, gehörte er zur sogenannten „Gummistiefelgeneration“: Er gehörte zu den ersten Professoren an der sich noch zum Teil im Bau befindenden Universität. Otto Flörke erzählte mir, dass man ohne Gummistiefel nicht über das Gelände gehen konnte. Ganz schlimm war es, wenn es geregnet hatte, dann ging man durch den Schlamm ins Gebäude zur Vorlesung.

Wir haben Otto Flörke im Jahr 2006 kennengelernt, als er auf der Suche nach einem guten Altenheim für seine Frau war. Er hat sich hier, so sagte er mir mal, sofort zuhause gefühlt und ist nach dem Tod seiner Frau dem Hause als Ehrenamtlicher verbunden geblieben. Der „Lieder-Circus“, ein Singkreis, der sich vor Corona über zehn Jahre lang jeden Donnerstagnachmittag im Flurbereich „Am Leuchtturm“ getroffen hat, war seine Idee. Otto Flörke begleitete den Lieder-Circus bis zu seinem Einzug in die Feierabendhäuser. Woche für Woche stand er im Kreise der Bewohner immer an der gleichen Stelle, strahlte und sang aus vollem Herzen die Lieder aus dem von ihm gestalteten Liederbuch mit.

Otto Flörke war ein Menschenfänger, der durch seine ganz besondere charmante Art die Menschen für sich gewinnen konnte. Er war immer freundlich und zugewandt und hatte für jeden Bewohner oder Mitarbeitenden ein liebes Wort. Auch als er selbst als Bewohner einzog, blieb er nicht untätig. Mit überwältigender Mehrheit wurde er zweimal zum Beiratsvorsitzenden der Feierabendhäuser gewählt.

Er hinterlässt hier eine große Lücke. Wir sind dankbar, dass wir so viel Zeit mit ihm verbringen durften. Ich sehe immer noch den schlanken, großgewachsenen älteren Herrn mit seinem langen, schwarzen Mantel, seinem Gehstock, den Hut in der Hand, wie er durch die Tür der Einrichtung geht und sich mit den Worten verabschiedet: „Kinder, machts gut!“

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