Eine glückliche Fügung

Duales Studium beim EBV
Jessica Seelig bearbeitet eine Akte.

14. Mai 2021

Jessica Seelig unterstützt im Rahmen ihres dualen Studiums der Sozialen Arbeit den Evangelischen Betreuungsverein Bochum

Der Evangelische Betreuungsverein Bochum (EBV) hat ein neues Teammitglied. Seit Oktober 2020 unterstützt die duale Studentin Jessica Seelig im Rahmen ihres Studiums der Sozialen Arbeit an der privaten Hochschule IU in Essen den Verein im Bereich der rechtlichen Betreuung.

„Es war einfach eine glückliche Fügung“, beschreibt die Studentin ihren Weg zum EBV. Von der Personalabteilung der Diakonie Ruhr erhielt sie den entscheidenden Tipp, sich beim Evangelischen Betreuungsverein zu melden. Dort wurde eigentlich ein Trainee gesucht, aber Geschäftsführerin Martina Weisang war offen für die Idee. „Mit Trainees haben wir in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen gemacht und sind nach dem Traineejahr in unbefristete Arbeitsverhältnisse übergegangen“, erklärt sie. „Das Duale Studium der Sozialen Arbeit stellt für uns eine neue Herausforderung über einen dreijährigen Zeitraum dar, die wir gerne annehmen. Herausfordernd ist es, dass wir als Praxisstelle direkte Teilhabe und Einfluss auf das Studium haben. Darüber hinaus bietet das duale Studium der Sozialen Arbeit die Chance, die Studierenden für die komplexe Tätigkeit der rechtlichen Betreuerinnen und Betreuer zu begeistern und der bis jetzt so tabuisierten rechtlichen Betreuung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen.“

Nach dem Vorstellungsgespräch war für beide Seiten klar: Es passt.
Doch so viel Offenheit für Neues hat Jessica Seelig bei der Suche nach einer geeigneten Praktikumsstelle nicht immer erfahren. „Gerade im Bereich der Sozialen Arbeit scheint man noch nicht so bereit zu sein für duale Studierende, wie es beispielsweise in der freien Wirtschaft seit vielen Jahren der Fall ist“, sagt die Berufsanfängerin.

An drei Tagen in der Woche arbeitet die Studentin jetzt im EBV. Wenn Menschen aufgrund von schwerer Krankheit oder Behinderung ihre rechtlichen Angelegenheiten nicht selbst regeln können, wird vom Amtsgericht eine rechtliche Betreuerin oder ein rechtlicher Betreuer bestellt. Diese vertreten ihre Klientinnen und Klienten in den vom Gericht festgelegten Bereichen, zum Beispiel in Fragen der Gesundheitsvorsorge, bei Wohnungs- und Behördenangelegenheiten oder bei der Verwaltung des Vermögens.

Carsten San Sebastian ist hauptamtlicher Betreuer beim EBV und in den nächsten drei Jahren Anleiter der Studentin. Er begleitet aktuell rund 45 Menschen, für die er als rechtlicher Betreuer bestellt ist. Der Sozialarbeiter hat Jessica Seelig von Anfang an in alle Abläufe mit eingebunden, um ihr ein umfassendes Bild des Berufsalltags zu vermitteln und ihr dabei die Vielfältigkeit der rechtlichen Betreuung näherzubringen. „Unser Berufsfeld ist enorm vielschichtig, sowohl was die Hintergründe der Menschen als auch die Arbeitsabläufe angeht. Zudem müssen wir uns immer flexibel auf neue Situationen einstellen. Das macht den Beruf zwar durchgehend spannend, aber auch sehr komplex und unvorhersehbar.“

So erlebte die Studentin gleich zu Beginn ihrer Zeit beim EBV die Einweisung eines Klienten in die Psychiatrie. Solche Ausnahmesituation haben immer Vorrang und es muss möglich sein, spontan umzudisponieren. „Genau das ist das Spannende in diesem Berufsfeld“, erklärt Jessica Seelig. „Die Vielschichtigkeit macht diese Tätigkeit einzigartig im Bereich der Sozialen Arbeit. Wir sind nicht nur Ansprechpartnerinnen und -partner für die zu betreuenden Menschen, sondern müssen auch ein umfassendes Wissen in allen rechtlichen und behördlichen Belangen vorweisen können.“

Da der Evangelische Betreuungsverein Bochum Teil der Diakonie-Ruhr-Familie ist, hat die Studentin im Rahmen ihrer Ausbildung auch die Möglichkeit, bei Praktika Einblicke in andere Einrichtungen zu erhalten, in denen Sozialarbeitende tätig sind. Das unterstützt auch ihr Anleiter Carsten San Sebastian: „Ein bisschen mehr Erfahrungen direkt an der Front wären für den Umgang mit den zu betreuenden Menschen und das allgemeine Berufsverständnis der sozialen Arbeit von Vorteil.“

In welchen Bereich es Jessica Seelig nach Ablauf ihres Studiums hinzieht, steht noch nicht fest. In den nächsten drei Jahren wird sie zusammen mit ihrem Anleiter als Betreuerteam auftreten. Dem sehen beide Seiten mit viel Spannung und Vorfreude entgegen. Eine glückliche Fügung eben.

Zurück zur vorherigen Seite