Mit Bildtelefonie gegen die Einsamkeit

Tablets Pflegeeinrichtungen und Wohnheime
Verwaltungs-Azubi Max Pfeifenschneider bereitet die Tablets für den Einsatz in den Einrichtungen vor und versieht sie mit Aufklebern der RuhrStifter.

7. Mai 2020

Stationäre Einrichtungen der Diakonie Ruhr erhalten Tablets, damit Bewohner trotz Besuchsverbots Kontakt mit Angehörigen und Freunden halten können

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus erfordern es, Sozialkontakte soweit wie möglich zu reduzieren. Dies trifft Bewohner stationärer Einrichtungen hart. Für Altenpflegeheime und für Wohnheime für Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen gilt zurzeit ein Besuchsverbot.

Wer in solchen Einrichtungen lebt, kann momentan keinen Besuch von Angehörigen oder Freunden empfangen. Da viele Bewohner aufgrund ihres Alters, ihrer Behinderung oder Vorerkrankungen zur sogenannten Risikogruppe gehören, können sie sich – wenn überhaupt – auch nur sehr eingeschränkt draußen bewegen. „Viele Bewohner von Pflegeeinrichtungen sind ohnehin aufgrund weniger sozialer Kontakte von Einsamkeit bedroht“, erklärt Jens Fritsch, Fachbereichsleiter Altenhilfe der Diakonie Ruhr. „Wenn diese auch noch wegbrechen, ist das Gefühl der Isolation für diese Menschen umso stärker und beängstigender.“

Damit aus der körperlichen Distanz keine soziale Distanz wird, hat die Diakonie Ruhr für ihre elf Pflegeheime in Bochum, Witten, Dortmund und Lünen, für zwei Wohnheime für Menschen mit Behinderung in Bochum, für das Wohnheim Hustadtring für chronisch mehrfachbeeinträchtigte alkoholabhängige Menschen sowie für das Kinderhaus Bochum Tablets angeschafft. Damit können die Bewohner – bei Bedarf mit Unterstützung von Mitarbeitenden – in Echtzeit per Videotelefonie mit Angehörigen und Freunden kommunizieren.

Die Tagesstätte für Menschen mit einer psychischen Erkrankung erhält ebenfalls ein Tablet. Damit bekommen die Mitarbeitenden die Möglichkeit, auch per Bildtelefonie den Kontakt zu den Nutzerinnen und Nutzern zu halten. Denn für die Tagesstätte gilt ein Betretungsverbot. „Viele Besucherinnen und Besucher der Tagesstätte leben allein und sind neben oder aufgrund ihrer psychischen Erkrankung besonders gefährdet, sich zu isolieren oder zu vereinsamen“, sagt Marita John, Fachbereichsleiterin Behindertenhilfe der Diakonie Ruhr. „Für alle Einrichtungen eignen sich Tablets am besten im Alltag, da sie flexibel einsetzbar, leicht und groß genug für die Anforderungen der Bewohner und Mitarbeitenden sind.“

Die Anschaffung der Tablets wurde durch die Förderstiftung der Diakonie Ruhr „RuhrStifter“ ermöglicht. Max Pfeifenschneider, Auszubildender in der Verwaltung der Diakonie Ruhr, hat auf allen Geräten den Videotelefoniedienst Skype vorinstalliert. Die Einrichtungen können ihre Geräte darüber hinaus je nach Bedarf selbst konfigurieren und weitere Dienste installieren, wenn diese von Gesprächspartnern benötigt werden. Denn die neuen digitalen Kommunikationsmöglichkeiten sollen nicht an technischen Hürden scheitern.

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