RuhrStifter ermöglichen elfjährigem Ali die Teilhabe

FUD Förderung Familienunterstützer
Ali und Leonie Mellinghaus genießen die gemeinsame Zeit, die sie auch dank der Unterstützung durch die RuhrStifter verbringen können, unter anderem mit Alis Lieblingsbeschäftigung Malen.

27. Januar 2020

Förderung des Angebots vom Familien Unterstützenden Dienst der Diakonie Ruhr. Einzelbegleitung für mehrere Kinder in Bochum.

Die Leuchtdioden in den Vorderreifen des Rollstuhls und die Augen von Ali strahlen um die Wette. Eigentlich mag er seinen „Rolli“ nicht, würde viel lieber auf den eigenen Beinen laufen. Das ist für den elfjährigen Bochumer aber eine ungeheure Anstrengung, weil das Schicksal es nicht gut mit ihm gemeint hat. Wenn der Schüler mit Leonie Mellinghaus zusammen ist, gibt es trotzdem einen Grund für Ali zu lachen – auch bei der Fahrt im Rollstuhl.

Die beiden verstehen sich einfach. Die junge Studentin aus Witten trifft sich einmal pro Woche mit ihrem Schützling. „Familienunterstützerin“ nennt sich Ihre Aufgabe – und das ist Programm. Leonie Mellinghaus ist für Ali da und entlastet so seine Familie. Dabei zählen besonders die Interessen des jungen Bochumers: Er malt für sein Leben gern und liebt die Ausflüge mit „seiner“ Leonie.

An diesem Freitag macht dem Duo das Wetter allerdings einen Strich durch die Rechnung und lässt nur eine ganz kurze Runde im Stadtteil zu. Statt wie sonst auch mal in den benachbarten Läden vorbeizuschauen, geht es wieder nach Hause zu Alis Mutter Fatima Ismailova. Die begrüßt ihren Sohn und seine Begleiterin freudestrahlend, erzählt: „Für mich ist diese Unterstützung wirklich eine große Hilfe.“

Ali zieht seine Jacke aus und darunter kommt ein Shirt von seinem Lieblingsverein Borussia Dortmund zum Vorschein. „Du warst doch mal Einlaufkind, mit wem bist du nochmal ins Stadion gegangen?“, fragt Leonie Mellinghaus. „Marco Reus“, antwortet Ali und seine Augen leuchten vor Stolz. Die beiden plaudern über dieses einmalige Erlebnis und malen dabei in Alis Kinderzimmer Bilder. Jetzt merkt man dem jungen Bochumer seine Handicaps deutlich weniger an.

Der Elfjährige hat seit seiner Geburt verschiedene körperliche Einschränkungen. Eine schwere Nervenerkrankung sorgt dafür, dass er sich nicht richtig bewegen kann. „Er bekommt auch immer wieder epileptische Anfälle, besonders Stress ist ein Auslöser“, berichtet Fatima Ismailova. Probleme mit Rücken, Hüfte und Beinen machen das Gehen und Sitzen zeitweise zur Qual. Und an den Augen steht bald die nächste schwere OP an.

Es ist also ein kleines Wunder, mit welcher Lebensfreude Ali trotzdem sein junges Leben meistert. Für ihn sind die Besuche von Leonie Mellinghaus ein echtes Geschenk, denn sie ermöglichen Ali die Teilhabe. Das ist in seinem Fall gleichwohl alles andere als selbstverständlich und nur durch die RuhrStifter ermöglicht worden.

„Die Stiftung der Diakonie Ruhr fördert diese Einzelbegleitung in bestimmten Fällen“, erklärt Julia Zolinski vom Familien Unterstützenden Dienst (FUD) der Diakonie Ruhr. „Dabei handelt es sich um Familien, die einen Duldungsstatus haben und somit nicht die Budgets der Pflegekasse nutzen können, auf die andere Familien einen Anspruch haben.“ Alis Familie ist im Jahr 2015 aus Tschetschenien nach Deutschland gekommen und in Bochum heimisch geworden.


Diese Hilfe kommt an

Wie im Fall von Ali hilft der Familien Unterstützende Dienst (FUD) der Diakonie Ruhr auch in anderen Fällen. Die Einzelbegleitung umfasst mehrere Stunden pro Woche. Zudem werden eine Ferienbetreuung, verschiedene Gruppenaktivitäten sowie Über-nachtungswochenenden angeboten. Ziel ist die Unterstützung und Entlastung der Familien, der Kontakt zu Gleichaltrigen und die Teilhabe der Menschen mit Behinderung. Die Förderung durch die RuhrStifter in Höhe von 3.000 Euro ist ganz bewusst für die Arbeit mit Kindern aus Familien bewilligt worden, die noch keine Aufenthaltserlaubnis haben. Weitere Infos gibt es unter 02327 9799200.

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