Beratungsstelle hilft seit 30 Jahren

30 Jahre Beratungsstelle für Frauen

1. März 2019

Bochumer Team leistete bundesweite Pionierarbeit für wohnungslose Frauen. Heute betreuen die Expertinnen 500 Klientinnen pro Jahr

Der 1. März 1989 war ein besonderer Tag für Heike Menneken. Sie leistete damals Pionierarbeit: „Wir eröffneten in der Windmühlenstraße 25 unsere Frauenberatungsstelle“, erinnert sich die Diplom-Sozialarbeiterin. „Es war die erste Beratungsstelle für wohnungslose Frauen bundesweit.“ Ein wenig Stolz schwingt in der Stimme von Heike Menneken mit, wenn Sie heute über diese Leistung spricht.

Leicht sei die Anfangsphase nicht gewesen. „Es gab eine ungeheure Skepsis, ob sich unser Angebot überhaupt lohnen würde“, erzählt Heike Menneken, die auch heute noch in der Beratungsstelle arbeitet. Der Bereich Wohnungslosenhilfe sei seinerzeit von Männern dominiert worden. „Die Frauen waren im Prinzip unsichtbar.“ Und doch gab es sie: In den ersten Jahren waren es 40 bis 50 wohnungslose Frauen, die von Heike Menneken betreut wurden.

Schon knapp drei Jahre nach der Gründung kam die räumliche Veränderung. Die Frauenberatungsstelle zog in die Hans-Böckler-Straße 28 um, dem heutigen Standort. Neben Büroräumen stehen jetzt auch ein Aufenthaltsbereich, eine Küche und die Terrasse zur Verfügung. „Wir hatten mehr Platz und mehr Möglichkeiten“, sagt Heike Menneken. Hier können Ihre Klientinnen kochen und ihre Wäsche waschen. Auch Freizeitangebote werden für die Frauen angeboten.

Heute arbeiten sie zu zweit in der Beratungsstelle. Vor fünf Jahren kam Diplom-Sozialarbeiterin Sandra Kewitz mit an Bord. Das Duo Menneken-Kewitz half im vergangenen Jahr alleine rund 500 Frauen. „Die größte Herausforderung ist der Wohnungsmarkt“, berichten sie. Früher habe man quasi aus dem Vollen schöpfen können. Derzeit sei es nur mit einer sehr intensiven Suche möglich, eine Bleibe für ihre Klientinnen zu finden.

„Wir sind heute mehr als eine reine Beratungsstelle. Wir sind ein Anlauf- und Treffpunkt“, sagt Heike Menneken. Mitunter hat das Duo eine Lotsenfunktion: Die Diplom-Sozialarbeiterinnen leiten bei Bedarf ihre Klientinnen an die richtigen Ansprechpartner in Behörden und Einrichtungen weiter. Außerdem begrüßen sie auch regelmäßig ehemalig wohnungslose Frauen, mal zum Gedankenaustausch oder wie im kommenden Sommer zum großen Jubiläumsfest.

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