Pflegedokumentation mit Spracherkennung erleichtern

Sprachsteuerung in der digitalen Pflege-Dokumentation
Robert Hirtes, interner Projektleiter der Diakonie Ruhr, führt den Einsatz der Sprachsteuerung bei der Dokumentation vor.

31. Januar 2019

Diakonie Ruhr ist Anwendungspartner bei Forschungsprojekt zur Untersuchung von Potenzialen der Digitalisierung in der Arbeitswelt

Dokumentationsarbeit in der Pflege ist wichtig, um die Qualität der Versorgung sicherzustellen. Gleichzeitig nimmt sie aber auch viel Zeit In Anspruch, die im Pflegealltag angesichts des akuten Fachkräftemangels ohnehin knapp bemessen ist. Wie Digitalisierung dazu beitragen kann, den Arbeitsaufwand durch Spracherkennung – Spracheingabe und Sprachsteuerung – zu reduzieren, wird in einem neuen Forschungsprojekt untersucht, an dem die Diakonie Ruhr als Anwendungspartner beteiligt ist.

Das Projekt „Sprachsteuerung in der Mensch-Maschine-Interaktion – intelligente Vernetzung für Altenpflegedokumentationssysteme“ (Sprint-Doku) prüft, wie intelligente Vernetzung in Kombination mit Spracheingabe die Dokumentation im Arbeitsalltag von Pflegekräften und Verwaltungspersonal verbessern kann. Die technische Grundlage bildet eine selbstlernende, auf neuronalen Netzen aufbauende Spracherkennung in Kombination mit digitalisierter Dokumentation. Forschungspartner sind die Hamburger Fern-Hochschule, die auch die Projektsteuerung übernimmt, das IMO-Institut zur Modernisierung von Wirtschafts- und Beschäftigungsstrukturen und Management4Health. Technikpartner sind die Firmen Connext und Nuance.

Bei einer Auftaktveranstaltung im Wittener Altenzentrum am Schwesternpark Feierabendhäuser der Diakonie Ruhr stellten Verantwortliche der beteiligten Institutionen das innovative Projekt vor. Dabei ging es unter anderem um die Abstimmung der einzelnen Arbeitspakete, die Einbeziehung der Mitarbeitenden und die Evaluation der Ziele.

In drei Lern- und Experimentierräumen wird anhand von Mikroschulungen, Lernlaboratorien und Erfahrungsberichten erprobt, wie Beschäftigte in der ambulanten und stationären Pflege sowie in der Verwaltung unterstützt werden können. Die Spracherkennungssoftware kommt dazu in der Kurzzeitpflege im Altenzentrum am Schwesternpark Feierabendhäuser in Witten mit über 300 Aufnahmen im Jahr, in der ambulanten Pflege bei den Diakonischen Diensten Bochum mit 500 Klienten sowie in der Verwaltung des Fachbereichs Altenhilfe zum Einsatz. Die Projektpartner untersuchen dabei die Effekte im gesamten Arbeitsablauf: Pflegeprozesse, Arbeitsorganisation und
-gestaltung, Qualifikationsanforderungen sowie den Datenschutz für Pflegebedürftige und Beschäftigte.

„Spracherkennung besitzt für uns im Bereich der ambulanten und stationären Pflege das Potenzial, den Zeitaufwand für die Pflege- und Betreuungsdokumentation zum Nutzen der Bewohnerinnen und Bewohner sowie auch der Mitarbeitenden zu verringern“, sagt Robert Hirtes, Projektleiter bei der Diakonie Ruhr. „Wir erwarten außerdem insgesamt eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Prozessqualität.“

Sprint-Doku wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) Lern und Experimentierräume gefördert. Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre.

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Sprachsteuerung in der digitalen Pflege-Dokumentation
Die Projektpartner (v.l.): Robert Hirtes (interner Projektleiter), Jens Koch (Geschäftsführer Diakonie Ruhr), Susanne Broszio (Pflegedienstleitung Diakonische Dienste Südwest), Jens Fritsch (Geschäftsführer Diakonie Ruhr Pflege), Heinrich Recken (Projektsteuerung, Hamburger Fern-Hochschule), Reinhard Quellmann (Fachbereichsleiter Altenhilfe), Dr. Martina Wegge (IMO-Institut), Alexander Schmidt (Hamburger Fern-Hochschule), Ingolf Rascher (Management4Health) und Andreas Vincke (Leiter Feierabendhäuser)