„Ich hatte schon befürchtet, es könnte langweilig werden“

Exkursion Fachseminar für Altenpflege ins Emil-Schumacher-Museum Hagen

8. Dezember 2018

Kunst und Demenz: Auszubildende des Fachseminars für Altenpflege besuchen Emil-Schumacher-Museum Hagen

„Mit Museumsbesuchen verbinden unterschiedliche Menschen ganz unterschiedliche Erfahrungen - gelegentlich auch mal gar keine“, so die Gerontologin und Fachdozentin Ute Göckeler-Varney. Da das Thema Demenz und soziale Teilhabe eine große Rolle bei der wachsenden Bevölkerungsgruppe der Hochaltrigen spielt, setzten sich die Auszubildenden des Kurses 04/17 des Wittener Fachseminars für Altenpflege im zweiten Ausbildungsjahr mit dem Thema auseinander, hier exemplarisch mit dem Themenkomplex Kunst.

Im theoretischen Unterricht versuchte man zunächst den Kernfragen auf den Grund zu gehen: Was ist überhaupt Kunst? Braucht man sie? Und vor allem: Welche Bedeutung hat die Kunst im Rahmen der Erinnerungsarbeit für und mit älteren Menschen mit und ohne Demenz. Schnell einig war man sich, dass klassische kunsthistorische Führungen nach bekanntem Muster für diese Zielgruppe völlig unbrauchbar sind.

Um sich mit neuen museumspädagogischen Konzepten vertraut zu machen, begaben sich die Auszubildenden mit ihrer Fachdozentin in das Emil-Schumacher-Museum Hagen. Dort erläuterten zwei professionelle Kunstvermittlerinnen die wesentlichen Merkmale ihrer Kunstnachmittage, die für Demenzkranke dort seit geraumer Zeit angeboten werden. Es gehe um das Erkennen von Grundformen, gerade auch in abstrakten Werken von Schumacher, die bei Demenzkranken vielfältige Erinnerungen aktivieren. Auch das Erleben von Farben und Haptik unterschiedlicher Materialien sei in diesem Zusammenhang sehr bedeutsam. Dazu greifen die Besucher*innen selbst zu Pinsel, Farben, Naturmaterialien und Murmeln, um in den Werkstatträumen des Museums einige Möglichkeiten auszuprobieren. „Viel Freude und vor allem alten Erinnerungen würden dabei wachgerufen“, so die Kunstvermittlerinnen Saskia Lipps und Dorothea Csitneki.

Die Auszubildenden begaben sich nach der Führung ebenfalls in die Werkstatträume des Museums, um dort kreativ tätig zu werden. Es wurde viel experimentiert und gelacht. Unter dem Motto: „Magie der Farben“ entstanden expressive Werke der Auszubildenden - so wie bei den Besuchergruppen. Zum Ende des Programms konstatierte eine Auszubildende: "Ich hatte schon befürchtet, ein Museumsbesuch könnte langweilig werden, aber nein, es war hier sehr spannend, interessant für unseren zukünftigen Beruf und ausgesprochen kurzweilig. Einfach ein schöner Tag, und lehrreich obendrein.“

Zurück zur vorherigen Seite

Bilderstrecke: Altenpflegeschüler im Kunstmuseum

Exkursion Fachseminar für Altenpflege ins Emil-Schumacher-Museum Hagen Exkursion Fachseminar für Altenpflege ins Emil-Schumacher-Museum Hagen Exkursion Fachseminar für Altenpflege ins Emil-Schumacher-Museum Hagen Exkursion Fachseminar für Altenpflege ins Emil-Schumacher-Museum Hagen