Senioren-Models in alten Berufen

Präsentation Jahreskalender der Feierabendhäuser 2012

3. November 2011

Fotos für den neuen Jahreskalender des Altenzentrums am Schwesternpark Feierabendhäuser entstanden in fünf LWL-Museen der Region

Aufgrund des großen Erfolges der beiden Vorgänger gibt das Altenzentrum am Schwesternpark Feierabendhäuser in Witten nun schon zum dritten Mal unter dem Motto „Schönheit im Alter“ einen Jahreskalender heraus. Die neue Ausgabe für 2012, die jetzt erschienen ist, trägt den Untertitel „Alte Berufe“. Sie zeigt Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenheimes der Diakonie Ruhr in beeindruckenden Schwarzweiß-Aufnahmen. Entstanden sind die Fotos in den LWL-Industriemuseen in Witten, Hattingen, Dortmund und Bocholt sowie im LWL-Freilichtmuseum Hagen.

„Nachdem uns im vergangenen Jahr mit der Lichtburg ein ganz besonderer Ort für die Fotos für unseren 2011er Kalender zur Verfügung stand, lag die Messlatte natürlich hoch“, erzählt Andreas Vincke, Einrichtungsleiter der Feierabendhäuser und leidenschaftlicher Fotograf. Denn auch der neue Kalender sollte wieder ungewöhnliche Aufnahmen zeigen. Vincke nutzte dafür die Kontakte zum Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), mit dem die Feierabendhäuser ein Modellprojekt zur Erinnerungsarbeit für dementiell erkrankte Bewohner entwickelt haben. Seit über einem Jahr präsentieren Museumspädagogen des Wittener LWL-Industriemuseums Zeche Nachtigall im geschützten Bereich des Altenzentrums an der Pferdebachstraße ausgewählte Objekte und Geschichten aus dem Museum. Vinckes Idee, im Gegenzug die Bewohner im Museum in Szene zu setzen, stieß beim LWL sofort auf Zustimmung.

Um ein möglichst breites Spektrum des Mottos „Alte Berufe“ abzubilden, besuchten Andreas Vincke und sein Team zwischen Anfang August und Mitte September jeweils mit einigen Bewohner gleich fünf LWL-Museen in der Region. Dort setzte der Einrichtungsleiter die Fotomodelle stilecht in Berufskleidung am historischen Arbeitsplatz ins rechte Licht. In Witten stemmt Erich Wienand (79) als Bergmann im engen Stollen der Zeche Nachtigall den schweren Presslufthammer ins Gestein. Günter Obiora (77) tauscht als Ziegelmeister seinen Rollator gegen den Ziegeltransportwagen. In Hattingen posiert Ilse Henke (91) als Hutmacherin. Karl Heinz Kunz (71) klemmt als Stahlgießer auf der Henrichshütte stolz seinen Schutzhelm unter den Arm. Gisela Kunzendorf (90) füllt als Chemielaborantin eine rote Lösung aus einem Glasbehälter in ein Reagenzglas. „Durch diese Rollen lebte für uns die alte Zeit wieder auf“, erzählt sie.

Im Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund steht Hans Hasley (82) stolz auf dem alten Feuerwehrwagen. Im Textilmuseum Bocholt prüft Schwester Otti Ortmann (99) als Buchhalterin die Akten. Helmut Debelak (88) bearbeitet als Werkzeugmacher ein Werkstück mit der Feile. Hildegard Recka (81) schwingt als Hausfrau den schweren Wasserkessel auf den Kohleherd. Elisabeth Sachs (92) bespannt als Weberin den Webstuhl. Im Freilichtmuseum Hagen bearbeitet Werner Solbrig (84) als Schmied ein glühendes Stück Stahl mit dem Hammer. Edelgard Letzas (81) schiebt als Bäckerin Brote in den gemauerten Ofen. „Die Fotos an fünf Orten zu machen war relativ aufwändig wegen der vielen Fahrten“, sagt Einrichtungsleiter Vincke. „Wir sind froh, dass alles wie geplant geklappt hat.“

Der neue Jahreskalender „Schönheit im Alter 2012 – Alte Berufe“ kann zum Preis von 13 Euro in der Verwaltung der Feierabendhäuser erworben werden. Der Erlös kommt den Bewohnerinnen und Bewohnern zugute. Bestellungen unter Tel.: 02302/175-1750

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