Leistungen der Pflegekasse

Es ist möglich, dass Ihre Pflegekasse Ihnen schon bei der Antragstellung die Frage stellt, ob Sie sich für Geldleistung, Sachleistung, oder Kombinationsleistung entscheiden werden.
Dahinter verbergen sich drei Möglichkeiten für Sie:

  • Geldleistung: Sie werden versorgt durch Angehörige, Nachbarn oder Freunde. Erhalten Sie Pflegegeld sind Sie verpflichtet, bei Pflegegrad 2 und 3 mindestens einmal halbjährlich und bei Pflegegrad 4 und 5 mindestens einmal viertel-jährlich einen Pflegeeinsatz durch eine zugelassene Pflegeeinrichtung zur Beratung heranzuziehen. Die Kosten für diese Beratung werden von den Pflegekassen übernommen. Mit dem Pflegegrad 1 können Sie, wenn Sie eine Beratung möchten, Beratungsbesuche durch einen Pflegedienst in Anspruch nehmen.
  • Sachleistung: Die Pflegekraft eines ambulanten Dienstes kommt zu Ihnen nach Hause, um die vereinbarten Leistungen zu erbringen. Die erbrachten Leistungen werden vom Pflegedienst mit der Pflegekasse abgerechnet. Sie können zusätzlich Beratungsbesuche durch den Pflegedienst in Anspruch nehmen.
    Ab 2015 können Pflegebedürftige 40 % der Pflegesachleistung als Betreuungsleistungen durch einen Besuchsdienst abrufen.
    Zusätzlich gibt es seit dem 01.10.2016 die Möglichkeit Betreuungsleistungen über Sachleistungen in Anspruch zunehmen, hierbei wird nach Zeit abgerechnet.
  • Kombinationsleistung: Wenn Sie durch einen Pflegedienst gepflegt werden und die Sachleistung nicht in voller Höhe ausschöpfen. In diesem Fall wird Ihnen anteilig ein Geldleistungsbetrag ausgezahlt. Sie können zusätzlich Beratungsbesu-che durch den Pflegedienst in Anspruch nehmen.
  • Betreuungs- und Entlastungsleitung: Die 125 €, die für Betreuungs- bzw. Entlastungsleistungen zur Verfügung stehen, können nur von einer anerkannten Organisation abgerufen werden.
    Beim Pflegegrad 1 können diese 125 € auch für die Pflege eingesetzt werden, wie z.B. 1 x wöchentlich Duschen.

Welche der vier angesprochenen Möglichkeiten die vorteilhafteste für Sie ist, sollte individuell entschieden werden. Gerne beraten wir Sie dabei.

Weitere Leistungen der Pflegeversicherung, um den Ausfall eines pflegenden Angehörigen durch Urlaub, Krankheit oder Kur zu überbrücken, sind Verhinderungspflege (eine Ersatzpflegekraft übernimmt die Pflege) und Kurzzeitpflege (Aufenthalt in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung).

Verhinderungspflege

Ist ein Angehöriger im Urlaub bzw. verhindert (z.B. Krankenhausaufenthalt) steht für die Versorgung im Rahmen der Verhinde-rungspflege bis zu 6 Wochen im Jahr ein Betrag von 1.612 € zur Verfügung - ab Pflegegrad 2. Zu Hause ist eine stundenweise Inanspruchnahme über einen längeren Zeitraum möglich.
Voraussetzung ist, dass die Pflegeperson ein halbes Jahr vorher schon gepflegt hat – auch wenn kein Pflegegrad vorlag.
Nutzen Sie die Kurzzeitpflege nicht, können 806 € als zusätzlicher Betrag für die Verhinderungspflege verwendet werden, insgesamt bis zu 2.418 €.

Kurzzeitpflege

Zusätzlich steht ab Pflegegrad 2 ein Betrag für 1.612 € pro Jahr zur Verfügung für die Inanspruchnahme einer Kurzzeitpflege-Einrichtung, wenn ein Angehöriger im Urlaub bzw. verhindert ist oder wenn die Versorgung vorübergehend zu Hause nicht möglich ist.
Wird die Verhinderungspflege nicht abgerufen, kann der Betrag auf 3.224 € erhöht werden. Die Kurzzeitpflege kann bis zu 8 Wochen in Anspruch genommen werden.

So können pflegende Angehörige beruhigt in den Urlaub fahren und sich erholen und wissen, dass der Pflegebedürftige in dieser Zeit gut versorgt ist.

Wichtig ist, dass in Urlaubszeiten der Platz für die Kurzzeitpflegeeinrichtung frühzeitig reserviert wird, da gerade in Ferienzeiten diese Plätze oft ausgebucht sind.

Betreuungsleistungen

Um pflegende Angehörige zu entlasten, können ab Pflegegrad 1 im Monat 125 € Betreuungs- und Entlastungsleistungen bei einer Organisation abgerufen werden. Wird der Jahresbetrag von 1.500 € nicht vollständig abgerufen, kann der restliche Betrag mit in das nächste Jahr (1. Jahreshälfte) genommen werden.

Umbaumaßnahmen

Liegt ein Pflegegrad vor, können bei der Pflegekasse Hilfen für Umbaumaßnahmen beantragt werden. Pro Umbaumaßnahme gibt es als Höchstförderung 4.000 €.

Verfahren zur Feststellung von Pflegebedürftigkeit

Die Pflegekassen haben innerhalb von zwei Wochen einen Ansprechpartner sowie einen konkreten Termin für eine umfassende Beratung anzubieten und durchzuführen (auf Wunsch auch später). Wenn die Pflegekassen dies nicht gewährleisten, ist dem Versicherten ein Beratungsgutschein zu übermitteln. Falls die Pflegekasse diese Frist nicht einhält, zahlt sie dem Versicherten pro Woche 70 € zusätzlich aus, wenn sie die Verzögerung zu vertreten hat.

Hilfsmittel

Für zum Verbrauch bestimmte pflegerische Hilfsmittel (z.B. Handschuhe, Einmal-Unterlagen) stehen 40 € im Monat zur Verfügung.

Tagespflege

Die Tagespflege wird ab PG 2 durch einen eigenen Betrag in Höhe der Pflegesachleistung finanziert.  

Eine ausführliche Darstellung und Erklärung zu den Leistungsformen der Pflegeversicherung sowie zu weiteren Leistungen wie Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege sowie zum Pflegeleistungsergänzungsgesetz halten wir hier als PDF-Datei für Sie zum Herunterladen bereit.

Pflegeberatung

Wird Pflegegeld bezogen, muss für die Pflegegrade 2 und 3 halbjährlich eine Beratung durch einen Pflegedienst erfolgen, bei Pflegegrad 4 und 5 vierteljährlich. Neu: Auch wenn Sie Leistungen durch einen Pflegedienst erhalten, kann halbjährlich ein Beratungsgespräch in Anspruch genommen werden ab PG 1.

Kontakt

Diakonische Dienste Bochum
Ambulante Pflege
Ihr Pflegedienst für Bochum und Wattenscheid
Heuversstraße 2
44793 Bochum
Telefon 0234 50702-0
Telefax 0234 50702-99

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Ihre Ansprechpartnerin

Monika Rieckert

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Weitere Informationen zum Download

  1. Leistungen der Pflegeversicherung 2017 (PDF, 147 KB)
  2. Pflegeversicherung 2017 (PDF, 118 KB)