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Interdisziplinäre Frühförderung

Frühförderung

Die interdisziplinäre Frühförderung bietet heilpädagogische und therapeutische Unterstützung für Kinder mit Entwicklungsverzögerung und/oder Behinderung an. Pädagogische Förderung und therapeutische Behandlung werden miteinander verknüpft, indem Fachkräfte aus den Bereichen der Heilpädagogik, Sozialpädagogik, Ergotherapie, Sprachtherapie, Physiotherapie, Psychologie und Medizin ihr Fachwissen zusammenführen, um gemeinsam das Kind zu fördern und die Familien zu unterstützen.

Nach einer interdisziplinären Diagnostik wird gemeinsamen ein Förder- und Behandlungsplan erstellt und mit den Eltern besprochen. Danach wird eine Kostenübernahme für die Förderung und Behandlung bei der Stadt Bochum beantragt.

Sobald eine Kostenzusage vorliegt, können Termine zur Förderung und Behandlung vereinbart werden. Diese können gleichzeitig, nacheinander und/oder im Wechsel stattfinden. Sie werden in Einzel- oder Gruppenförderung durchgeführt und können in Einzelfällen auch bei der Familie zu Hause stattfinden.

Für die Interdisziplinäre Frühförderung (Komplexleistung) wird eine Verordnung vom behandelnden Kinderarzt benötigt.

Heilpädagogische Frühförderung

Heilpädagogische Frühförderung

"Das Spiel ist der Weg der Kinder zur Erkenntnis der Welt, in der sie leben!" (Maxim Gorki)

Kinder erleben ihre Umwelt über das Spiel. Spielen bedeutet für das Kind: Umwelt erkunden, „be-greifen“, mit Sinn und Freude handeln, Möglichkeiten und Grenzen erproben, die eigene Persönlichkeit entwickeln.

In der heilpädagogischen Förderung geht es darum, das jeweilige Kind in seiner gesamten Persönlichkeit wahrzunehmen und in seinem Entwicklungsstand entsprechend ganzheitlich zu fördern. Die Förderung umfasst die kognitiven, motorischen, sozialen und emotionalen Kompetenzen. Viele Kinder besitzen diese Fähigkeiten bereits, brauchen jedoch Unterstützung darin, diese selbstständig anzuwenden.

Um ein Kind ganzheitlich zu fördern, nutzen wir eines der grundlegenden Bedürfnisse des Kindes: das kindliche Spiel. Durch gemeinsam gestaltete Spielangebote fördern wir Kinder in den entsprechenden Entwicklungsbereichen und schaffen so Raum für neue Lernerfahrungen. Ganzheitliche Förderung meint, die gesamte Persönlichkeit des Kindes mit seinen Ressourcen, Stärken und Schwächen zu sehen und zu berücksichtigen, unter Einbeziehung der familiären Lebenssituation und des sozialen Umfeldes.

Wir regen individuelle Entfaltungsmöglichkeiten an und unterstützen das Kind bei der Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten, die in folgenden Bereichen liegen können:

  • Wahrnehmung (Tastsinn, Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Gleichgewicht)
  • Grobmotorik (Laufen, Klettern, Springen)
  • Feinmotorik (Greifen, gezielte Tätigkeiten mit den Händen, Malen)
  • Sprache (noch) nicht sprechender Kinder, Auffälligkeiten in der Aussprache, Grammatik, Wortschatz, Sprachverständnis
  • Kognition (Konzentration, Denken, Handlungsplanung, Gedächtnis)
  • Spielentwicklung (wenig ausdauernd, fehlende Eigeninitiative)
  • Psycho-emotionale Entwicklung (unsicheres, gehemmtes, aggressives Verhalten)

Die Bereiche der kindlichen Entwicklung stehen in einer komplexen Wechselbeziehung. Die Förderung des Kindes in einzelnen Entwicklungsbereichen bezieht sich deshalb auch immer auf die gesamte Entwicklung des Kindes in all seinen Entwicklungsbereichen.

Physiotherapie

Physiotherapie

Physiotherapeutische Behandlungen können schon bei Kindern ab dem Säuglingsalter zum Einsatz kommen, wenn das Kind in seiner motorischen Entwicklung aufgrund von neurologischen Funktionsstörungen verzögert und/oder behindert ist oder von einer Verzögerung und/oder Behinderung bedroht ist.

In der Physiotherapie steht das Kind mit seinen individuellen Fähigkeiten im Vordergrund und wird auf motivierende Weise unterstützt. Dabei ist es wesentlich, die motorischen Eigenaktivitäten des Kindes als Zentrum seiner Handlungsfähigkeiten und seiner Persönlichkeitsentwicklung zu erkennen, spielerisch anzuregen und zu fördern.

In der Frühförderung arbeitet die Physiotherapeutin schwerpunktmäßig an der motorischen Entwicklung. Gezielte therapeutische Unterstützung wird für folgende Bereiche angeboten:

  • Grobmotorik
  • Feinmotorik
  • Sensomotorik
  • Gleichgewicht
  • Koordination
  • Mundmotorik
  • Konzentration

Auch die Anleitung der Eltern stellt einen wichtigen Aufgabenbereich dar. Die Physiotherapeutin steht in engem Kontakt mit den Eltern und gibt alltagsbezogene Anregungen, um so die Entwicklung des Kindes individuell zu unterstützen.

Folgende Methoden werden in der Physiotherapie der interdisziplinären Frühförderstelle eingesetzt:

  • Neurophysiologische Behandlung nach Bobath oder Vojta
  • Wahrnehmungsförderung
  • Atemtherapie
  • Psychomotorik
Sprachtherapie

Sprachtherapie

In der Sprachtherapie diagnostizieren und behandeln wir Kinder, die von einer Sprach-, Sprech-, Stimm- oder Schluckstörung betroffen sind. Ziel der sprachtherapeutischen Behandlung ist die Verbesserung der sprachlichen und kommunikativen Fähigkeiten und die damit verbundene Stärkung des Selbstbewusstseins Ihres Kindes.

Auf Grundlage von Testergebnissen und Entwicklungsbeobachtungen erstellen wir einen individuellen Behandlungsplan, der die Stärken und die Schwächen Ihres Kindes berücksichtigt.
Die Beratung von Eltern und Angehörigen sowie der fachliche Austausch mit behandelnden ÄrztInnen, ErzieherInnen und TherapeutInnen anderer Fachdisziplinen inner- und außerhalb der Frühförderstelle nehmen einen wichtigen Stellenwert in unserer Arbeit ein und finden während des gesamten Behandlungszeitraums statt.

Bei Bedarf kann die sprachtherapeutische Behandlung auch als Haus- oder Kindergartenbesuch durchgeführt werden.

Sprachtherapeutische Behandlungsgebiete sind unter anderem:

  • Sprachentwicklungsverzögerung (SEV)
  • Sprachentwicklungsstörung (SES)
  • Sprachentwicklungsverzögerung/-störung bei Mehrsprachigkeit
  • Dysgrammatismus
  • Artikulationsstörung
  • Verbale Entwicklungsdyspraxie
  • Myofunktionelle Störung (MFS)
  • Fütter- oder Essstörung (Kindliche Dysphagie)
  • Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (LKGS)
  • Rhinophonie (Näseln)
  • Redeflussstörung (Stottern, Poltern)
  • Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS)
  • Kindliche Stimmstörung
  • Mutismus
  • Sprachstörung bei Behinderung (z.B. Down-Syndrom)
  • Kommunikationsstörung bei Autismus-Spektrum-Störung
Ergotherapie

Ergotherapie

Im Rahmen der Ergotherapie werden therapeutische Angebote gemacht, auf deren Grundlage sich ihr Kind in verschiedensten Wahrnehmungsbereichen, in Grob- und Feinmotorik sowie im Bereich des Denkens und Empfindens weiterentwickeln kann. Die ergotherapeutischen Angebote können im Spiel und in der Bewegung erfolgen oder sich an alltäglichen Handlungsabläufen und Fähigkeiten orientieren.

Im Rahmen der Ergotherapie werden Angebote gemacht, auf deren Grundlage sich Kinder in verschiedensten Wahrnehmungsbereichen weiterentwickeln können. Die Ergotherapie kann zudem eine Verbesserung oder Stabilisierung im Bereich der Grob- und Feinmotorik sowie im Bereich des Denkens und Empfindens anstreben.

Ziel ist es, das Kind im motorischen, funktionellen, sensomotorischen und perzeptorischen Bereich zu unterstützen und zu fördern. Die ergotherapeutischen Angebote erfolgen im Spiel und in der Bewegung und orientieren sich an alltäglichen Handlungsabläufen und Fähigkeiten des Kindes.

In der Regel findet die Ergotherapie in einer Einzeltherapie statt, vereinzelt aber auch innerhalb von Kleingruppen.

Folgende Ziele können beispielsweise mit der ergotherapeutischen Behandlung angestrebt werden:

  • Erhalt oder Stärkung von Beweglichkeit, motorischer Planung, Koordination und Ausdauer
  • Verbesserung unterschiedlichster körperlicher Funktionen (Grob- und Feinmotorik)
  • Steigerung von Konzentration und Aufmerksamkeit sowie Abbau motorischer Unruhe
  • Verbesserung der Wahrnehmung, unter anderem in den Bereichen Gleichgewicht, Körperwahrnehmung, Tasten und Spüren, visueller oder auditiver Wahrnehmung
  • Anbahnung und Verbesserung altersentsprechenden Verhaltens und Kontaktaufbaus
  • Erarbeitung alternativer Bewegungsmuster bei dauerhaft-motorischen Beeinträchtigungen
  • Anpassung von Spiel- und Arbeitsmaterial sowie Gegenständen des täglichen Gebrauchs an die Handlungsmöglichkeiten des Kindes
  • Vorbeugen möglicher Komplikationen und Sekundärproblematiken
  • Stärkung individueller Faktoren, welche die selbstbestimmte, soziale Teilhabe verbessern bzw. ermöglichen

Kontakt

Zentrum für kindliche Entwicklung
Frühförderstelle Bochum
Westring 26
44787 Bochum
Tel.: 0234/9133-399
Fax: 0234/9133-199
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Elizabeth Mminele

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Flyer Frühförderung

Hier können Sie den Flyer des Zentrums für kindliche Entwicklung herunterladen. (PDF, 1,58 MB)