Spaß, Gemeinschaft und Betreuung im großen Garten

Pfadfinder im Kinderhaus

Ein Bericht von der Stadtranderholung für Kinder und Jugendliche mit Behinderung.

„Im nächsten Jahr möchte ich wieder bei der Stadtranderholung dabei sein“ so der 15-jährige Tobias in einem Brief an einen Mitarbeiter der Stadtranderholung der Diakonie Ruhr in Bochum. Ihm macht das Bolzen und das draußen Spielen am meisten Spaß.

Tobias ist einer von 16 Kindern und Jugendlichen, die im Sommer 2007 an der Stadtranderholung für Kinder und Jugendliche, einem neuen Angebot der Diakoniewerk Bochum - Wohnen gGmbH, teilnehmen. Im großzügigen Garten der Integrativen Kindertagesstätte Wasserstraße spielen die Kinder Fußball, kniffeln, lassen sich von den Mitarbeitern Bücher vorlesen oder buddeln und plantschen mit ihnen im Sandkasten oder Pool. „Gestern haben wir Zirkus gespielt, das hat den Kindern viel Spaß gemacht“ erzählt eine Mitarbeiterin.

„Viele Familien mit Kindern mit Behinderung stellen die Schulferien vor besondere Schwierigkeiten“, berichtet Diplom-Pädagoge Heiner Bartelt, der gemeinsam mit der Diplom-Heilpädagogin Birgit Gottschling dieses Angebot initiierte. Gerade für allein erziehende Eltern, deren Anteil bei Familien mit behinderten Kindern besonders hoch ist, ist die Betreuung des Kindes während der gesamten Schulferien kaum zu gewährleisten. Hier schließt das neue tagesbetreuende Angebot der Diakonie eine Lücke.

Da die Integrative Kindertagesstätte in der Wasserstraße in dieser Zeit Betriebsferien hat, können die Kinder der Stadtranderholung dort den Garten, die Räume und auch den Snoezelen-Bereich nutzen. „Im Vordergrund dieses Angebots steht die Entlastung der Familien“, so Bartelt weiter. Von 8:30 bis 16:00 Uhr werden die Kinder und Jugendlichen von einer Fachkraft und sieben studentischen Hilfskräften begleitet und pflegerisch betreut. Auch die Mahlzeiten nehmen sie gemeinsam dort ein. „Besonders hilfreich ist es für die Eltern, dass die Kinder morgens von einem Fahrdienst der Betreuenden abgeholt und nachmittags wieder nach Hause gebracht werden. Und für uns ist so auch ein intensiver Austausch mit ihnen gewährleistet“ berichtet Heiner Bartelt.

Die Kinder können ein bis drei Wochen an der Stadtranderholung teilnehmen. Einmal in der Woche machen sie einen Ausflug. In der ersten Woche ging es zum Tierpark Bochum, in der folgenden Woche organisierten die Betreuer einen Ausflug zum Gysenberg - Park in Herne. Am 3. August feiern alle Kinder und Jugendlichen der Stadtranderholung ein Abschlussfest. „Komm´ste mit Bolzen?“ fragt Cengiz und Tobias zieht zusammen mit ihm los.