In der VILLA beginnt ein neues Leben

Einzug Pension Plus / Die VILLA
Christiane Caldow, Leiterin der Existenzsicherung, und Standortleitung Frank Zittlau freuen sich über den erfolgreichen Start der Pension Plus in der VILLA.

19. Februar 2021

Pension Plus bietet wohnungslosen Menschen mit psychischen Erkrankungen ein Zuhause

Sie haben zum Teil seit vielen Jahren auf der Straße gelebt. Das soll sich nun ändern: Die Pension Plus, ein neues Projekt der Wohnungslosenhilfe der Inneren Mission, bietet obdach- und wohnungslosen Menschen mit psychischen Auffälligkeiten und Suchterkrankungen ein festes Zuhause. Das ambulante Hilfeangebot richtet sich darüber hinaus an Menschen mit schweren somatischen Erkrankungen, die Schwierigkeiten mit der Inanspruchnahme der Angebote des Wohnungslosenhilfesystems haben und die sich auch nicht in fachärztlicher Behandlung befinden.

13 Frauen und Männer sind in einem ersten Schritt in die Pension Plus eingezogen, die eine Säule der Angebotsstruktur in der VILLA an der Stembergstraße darstellt. VILLA steht für Vielfalt, Individualität, Leben, Lachen, Autonomie. Für das neue Angebot nutzt die Wohnungslosenhilfe das ehemalige Seniorenheim im Zillertal. Die Altenhilfe der Diakonie Ruhr hatte es Ende 2020 aufgegeben, weil das Gebäude aus den 1950er Jahren den heutigen Anforderungen an eine Pflegeeinrichtung nicht mehr entsprach. Die Seniorinnen und Senioren zogen in andere Einrichtungen des Trägers, unter anderem in das neu errichtete Haus am Luthergarten in Stiepel.

Für die ehemals obdach- oder wohnungslosen Menschen bietet das Haus in Riemke dagegen optimale Voraussetzungen, um ein neues Leben zu beginnen. Die Bewohnerinnen und Bewohner haben dort ihr eigenes Zimmer, das mit Bett, Schrank, Waschbecken und Kühlschrank ausgestattet ist. Sie haben ihren eigenen Schlüssel und können ihr Zuhause selbstbestimmt nach eigenen Vorstellungen einrichten. Ein großer Garten lädt zum Verweilen ein. Das Gebäude liegt dezentral mitten in Bochums größtem Naturschutzgebiet. Trotzdem ist auch die Innenstadt schnell erreicht.

Durch die barrierefreie Einrichtung des ehemaligen Pflegeheims kann auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen eine positive Teilhabe ermöglicht werden. „Es handelt sich um schwerkranke Menschen, die häufig körperlich vorgealtert sind“, erklärt Christiane Caldow, Leiterin der Existenzsicherung. Viele von ihnen fielen aufgrund ihres Verhaltens im Stadtbild auf. „Sie leiden unter seelischen Problemen, sind aber mit angemessener Unterstützung in der Lage, sich der Hausgemeinschaft anzupassen“, sagt Christiane Caldow. Frei vom Druck auf der Straße, ohne Angst vor Übergriffen oder Diebstählen, können diese Menschen nun zur Ruhe kommen. Die Leiterin der Existenzsicherung hofft, dass dadurch die Bereitschaft steigt, sich neben lebenspraktischen Dingen auch gesundheitlichen Themen zuzuwenden – zum Beispiel Krankheitseinsicht oder einer fachärztlichen Behandlung.

Die Erfahrungen der ersten Tage und Wochen stimmen Christiane Caldow sehr optimistisch. „Alle haben sich großartig eingelebt.“ Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner waren sehr ergriffen, stolz und dankbar, dass sie in die Pension Plus einziehen durften. Einige fingen vor Rührung sogar an zu weinen. „Danke, dass Sie mich ausgewählt haben“, sagten mehrere Menschen beim Eintreffen in der VILLA. Da im Haus das Prinzip der Selbstversorgung gilt, hat sich bereits eine Kochgruppe gebildet, die sich gemeinsam ums Mittagessen kümmert. Die Bewohnerinnen und Bewohner überlegen zusammen, was es gibt und verteilen die Rollen: Wer geht einkaufen? Wer kocht? Wer macht den Abwasch?

Das Gefühl von Zuhause möchte das Team der VILLA bei den Gästen durch eine schöne Ausstattung stärken. Bisher stammt der Großteil des Mobiliars aus dem Bestand des ehemaligen Seniorenheims. Dieses gilt es nach und nach zu ersetzen. Deshalb soll unter anderem der Gemeinschaftsraum eine neue Küchenzeile und gemütliche Sitzgelegenheiten erhalten. Gartenmöbel für den Sommer oder gebrauchte Fahrräder werden ebenfalls benötigt. „Ein schönes Zuhause, das geschätzt und für wertvoll erachtet wird, weckt auch die Verantwortung, es in Ordnung zu halten“, erklärt Christiane Caldow.

Die Ausstattung der VILLA möchte die Diakonie Ruhr mit einer Spendenaktion unterstützen. Sie bittet deshalb um Spenden auf das Konto bei der KD-Bank:
IBAN: DE10 3506 0190 2100 0240 23
BIC: GENODED1DKD
Verwendungszweck: Ausstattung VILLA

Spenden können auch online über das Spendenportal der KD-Bank abgegeben werden: https://www.kd-onlinespende.de/projekt/ausstattung-villa/display/link.html

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Bilderstrecke: Impressionen vom Einzug

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