Auf dem Weg zum seniorengerechten Supermarkt

Kooperation Feierabendhäuser Boni Center
Die Auszubildenden Lina Emilia Curstein (l.) sowie (v.r.) Michelle Denise Amtmann, Manuel Bangert, Atlana Schmidt und Maximilian Wietzke sowie Emine Agirkaya, stellvertretende Filialleiterin des Boni Centers, stellen sich mit Einrichtungsleiter Andreas Vincke und ihren Zertifikaten zum Gruppenfoto vor dem Altenzentrum am Schwesternpark.

7. August 2019

Altenzentrum am Schwesternpark schult Mitarbeitende des Boni Centers im Umgang mit älteren Menschen. Bislang einmalige Kooperation

Ältere Menschen sind aufgrund der demografischen Entwicklung für den Handel eine immer wichtigere Zielgruppe. Viele von ihnen haben aufgrund körperlicher oder kognitiver Einschränkungen besondere Bedürfnisse. Im Quartier an der Pferdebachstraße gibt es großen Bedarf für einen seniorengerechten Supermarkt. Das Altenzentrum am Schwesternpark Feierabendhäuser verfügt derzeit über 60 barrierearme Wohnungen für das ServiceWohnen. Mit der Fertigstellung des Neubaus im kommenden Jahr werden es 115 sein.

Das Wittener Altenzentrum der Diakonie Ruhr hat deshalb mit dem nahe gelegenen Boni Center eine bislang einmalige Zusammenarbeit vereinbart. Die Feierabendhäuser schulen Mitarbeitende des Einkaufszentrums im Umgang mit älteren Menschen. Themen sind unter anderem der Umgang mit Alterskrankheiten, Einschränkungen und Hilfsmitteln sowie die Kommunikation mit Menschen mit Demenz. An der ersten Schulung nahmen fünf Auszubildende des Boni Centers sowie die stellvertretende Filialleiterin Emine Agirkaya teil.

„Es geht darum, Hemmschwellen im Umgang mit Senioren abzubauen“, sagt Andreas Vincke, Einrichtungsleiter der Feierabendhäuser. Deshalb erleben die Teilnehmenden der Schulung mit Hilfe eines Alterssimulationsanzuges, wie sich verschiedene Erkrankungen und Einschränkungen auf Wahrnehmung und Beweglichkeit auswirken. Spezielle Ohrenschützer dämpfen das Gehör. Brillen simulieren verschiedene Augenerkrankungen. Gewichte und Manschetten versteifen Rücken und Gelenke.

Mit all diesen Einschränkungen gilt es, Aufschriften zu entziffern, Waren aus hohen und niedrigen Fächern zu nehmen und Verpackungen zu öffnen – eine Aufgabe, die oft schon jüngere Menschen überfordert. „Ich finde es eine große Leistung von älteren Menschen, dass sie ruhig bleiben, obwohl alles so anstrengend ist“, sagt die Auszubildende Lina Emilia Curstein. Zum Beispiel, wenn sich jemand, der nicht mehr richtig sieht oder hört, sich intensiv konzentrieren muss, um die Einschränkungen bei der Sinneswahrnehmung zu kompensieren.

Ein weiterer Punkt ist das Kennenlernen verschiedener Demenzformen. Das soll Unverständnis abbauen, die Mitarbeitenden im Supermarkt befähigen, mehr Einfühlungsvermögen zu entwickeln oder Langsamkeit zu akzeptieren, wo es eigentlich schnell gehen soll. „Die Mitarbeitenden im Supermarkt können adäquater reagieren, sind nicht hilflos“, erklärt Andreas Vincke. „Und kompetente Mitarbeitende geben dem Einkauf der Senioren eine neue Qualität. Unsere Mieter profitieren von Personal, dem sie vertrauen können.“ Viele Bewohner der Feierabendhäuser kaufen im nahe gelegenen Boni Center ihre Lebensmittel ein. Das alt eingesessene Wittener Unternehmen hat sich auf die Bedürfnisse dieser Kundschaft eingestellt und beispielsweise Sitzgelegenheiten im Markt eingerichtet.

Das Projekt wird von Bürgermeisterin Sonja Leidemann unterstützt. Gemeinsam mit Klaus Völkel, bei der Stadt Witten verantwortlich für Gesundheitswirtschaft, überreichte sie den Teilnehmenden der ersten Schulung im Altenzentrum am Schwesternpark ihre Zertifikate. Die Feierabendhäuser und das Boni Center wollen ihre Zusammenarbeit in Zukunft weiter intensivieren. So sollen die Schulungen für die Supermarkt-Mitarbeitenden ab sofort regelmäßig stattfinden.

Zurück zur vorherigen Seite

Bilderstrecke: Impressionen von der Schulung

Kooperation Feierabendhäuser Boni Center Kooperation Feierabendhäuser Boni Center Kooperation Feierabendhäuser Boni Center Kooperation Feierabendhäuser Boni Center