Diakonie Ruhr lehnt Dienstpflicht ab

Zivildienst bei der Diakonie Ruhr
Felix Laggies im Jahr 2010 - einer der letzten Zivildienstleistenden bei der Diakonie Ruhr

6. August 2018

„Zwänge helfen in Pflege und sozialer Arbeit nicht weiter“

Auf die Initiative der Bundes-CDU und ihrer Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer zur Einführung einer Dienstpflicht reagiert die Diakonie Ruhr mit Ablehnung.

Die Idee, junge Männer und Frauen gleichermaßen entweder bei der Bundeswehr oder im sozialen, ökologischen oder denkmalpflegerischen Bereich einzusetzen, ist nach Ansicht des in Bochum, Witten, Dortmund und Lünen aktiven Trägers nicht durchdacht.

„Es würden sich für uns bestimmt Kontakte mit jungen Menschen ergeben, die wir dafür begeistern könnten, auch nach dem Dienst bei uns zu bleiben“, sagt Diakonie-Ruhr-Geschäftsführer Jens Koch. Eine Pflicht einzuführen, sei aber der falsche Weg. „Zwänge helfen in Pflege und sozialer Arbeit nicht weiter.“

Der Bundesfreiwilligendienst bringe derzeit keine Massen an Interessenten mit sich, aber in der Regel motivierte Menschen unterschiedlichen Alters. Freiwillige und Ehrenamtliche, betont Koch, leisten einen immens wichtigen Beitrag in den Einrichtungen, ersetzen aber das Können und die Erfahrung professioneller Kräfte nicht. Hier dürfe die Politik nicht sparen.

Zurück zur vorherigen Seite