„Glückskäfer“ lernen fliegen

Glückskäfer
Erste Kontakte in der Arnoldschule: Patin Eva Maria Martin, Betreuungskraft Sabine Sladkowski, Betreuungskraft Anke Stubler, Patin Marita Müller-Bennent (hintere Reihe v.l.), Pate Walter Mosner, Gabriel, Valentin, Melissa, Pate Adolf Großmann (vordere Reihe v.l.).

27. Januar 2015

Wie Bochumer Senioren Kindern aus Migrantenfamilien helfen

Dass in Bochum eine Willkommenskultur gegenüber Migranten existiert, beweist unter anderem das Patenschaftsprojekt „Glückskäfer“. Seit sieben Jahren engagieren sich darin Senioren ehrenamtlich, um Grundschulkinder aus Migrantenfamilien im Alltag zu unterstützen. Es werden immer mehr.

Inzwischen sind die „Glückskäfer“ beim Seniorenbüro Mitte sowie dem Kommunalen Integrationszentrum Bochum angesiedelt und erweitern noch einmal ihren Radius. „Mit sieben Schulen arbeiten wir bereits zusammen, mit weiteren elf sind wir in der Planung“, erzählt Ilka Genser vom Seniorenbüro Mitte. Jüngster Partner ist die Arnoldschule, die gleich gegenüber des Büros am Springerplatz liegt. Die Schüler Gabriel (Rumänien), Melissa (Türkei) und Valentin (Kamerun) gehören zu den ersten dort, die Paten im Seniorenalter bekommen.

Sie werden locker mit ihnen Deutsch lernen, ungezwungen Freizeit verbringen und ihnen bei den Hausaufgaben helfen. Während der zwei- bis dreistündigen Begegnungen in der Woche profitieren Jung und Alt voneinander.

„Die Kinder sind oft mehrsprachig. Das ist eine Chance und wird sonst nicht genug gewürdigt“, sagt Eva Maria Martin, ehemalige Grundschullehrerin und erfahrene Patin. Sie entschied sich nach der Pensionierung für die Mitarbeit im „Glückskäfer“-Projekt: „So habe ich weiter Freude im Umgang mit Kindern, aber ohne die Bürokratie.“

Auch Adolf Großmann lässt seine ganze Lebenserfahrung in die Unterstützung der Kinder fließen. „Es kommt nicht darauf an, gelernter Pädagoge, sondern einfach für sie da zu sein“, sagt er.

Während Seniorenbüro Mitte und Kommunales Integrationszentrum die inzwischen 45 Paten koordinieren, ermitteln die Schulen ihrerseits, welches Kind Unterstützung benötigt. „Wir schauen, wo Familien durch Migration zerrissen sind, wo es keine Oma oder keinen Opa in der Nähe gibt“, sagt Anke Stubler, Betreuungskraft an der Arnoldschule. So finden sich Duos aus Alt und Jung, die sich dann mit Einverständnis der Eltern erst einmal kennenlernen.

Neue „Glückskäfer“-Paten sind herzlich willkommen. Kontakt über das Seniorenbüro Mitte unter 0234/92786390 oder genser@diakonie-ruhr.de.

Zurück zur vorherigen Seite