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Berufsbild Altenpflege im Wandel der Zeit
31. August 2010
Bei einem Projekttag am Fachseminar für Altenpflege beschäftigten sich die Auszubildenden in Werkstattgesprächen mit Berufsbiografien
Schülerinnen und Schüler des Fachseminars für Altenpflege in Witten haben sich am Dienstag, 31. August, bei einem Projekttag mit der Entwicklung des Berufsbilds Altenpflege von 1970 bis heute sowie mit Zukunftsperspektiven und Karrierechancen beschäftigt. Anlass war das 40-jährige Bestehen der Ausbildungsstätte an der Pferdebachstraße, die 1970 als eine der ersten Altenpflegeschulen in NRW gegründet wurde.
In einem multimedialen historischen Rückblick ließen die Auszubildenden anhand von Ausbildungs- und Prüfungsordnungen die wichtigsten Meilensteine in der Entwicklung der Altenpflegeausbildung Revue passieren. Vor 1970 gab es keine Ausbildung in diesem Bereich. Vor 40 Jahren wurden dann in NRW aufgrund des Bedarfs an Fachpersonal erstmals einheitliche Standards festgesetzt. Die Ausbildung dauerte zunächst ein Jahr, gefolgt von einem Berufsanerkennungsjahr. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Dauer der Ausbildung schrittweise verlängert. 2003 wurde schließlich die dreijährige Altenpflegeausbildung mit einheitlichen Standards bundesweit festgeschrieben.
Damit einhergehend vollzog sich seit den 1980er Jahren in den Altenhilfeeinrichtungen ein Bewusstseinswandel, der sich auch auf die Inhalte der Ausbildung auswirkte, erklärt Fachseminarleiterin Irmgard Hock-Altenrath. Während Pflege anfangs noch vorwiegend funktional betrachtet wurde, ging es nun darum, die Lebensqualität eines alten Menschen in der Einrichtung zu erhalten und seine Fähigkeiten zu aktivieren und zu fördern. „1995 wurde in NRW die erste Prüfungsordnung verabschiedet, die dem Rechnung getragen hat“, sagt Hock-Altenrath.
Eine zentrale Rolle bei dem Projekttag spielten die erfolgreichen Berufsbiografien von 20 Absolventen des Fachseminars, die innerhalb der vergangenen 25 Jahre ihre Altenpflegeausbildung abgeschlossen haben. Die Ehemaligen standen den Schülern als Gesprächspartner zur Verfügung. In den Arbeitsgruppen ging es darum, ausgebildete und angehende Fachkräfte aus verschiedenen Generationen miteinander ins Gespräch zu bringen, Zukunftsperspektiven, Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen aufzuzeigen. „Wer lange in diesem Beruf tätig ist, muss sich auf Veränderungen einstellen“, erklärt Fachseminarleiterin Hock-Altenrath. „Dazu gehört auch ständige Weiterqualifizierung.“
Ein gutes Beispiel dafür ist der Werdegang von Robert Hirtes. Der heute 40-Jährige begann mit 19 Jahren die Ausbildung zum Altenpfleger am Fachseminar in Witten, die damals noch zwei Jahre plus Anerkennungsjahr umfasste. Dies leistete er im Altenzentrum am Rosenberg in Bochum ab. Nach zwei Jahren als Pflegefachkraft stieg er dort zum Stationsleiter und schließlich zum Pflegebereichsleiter auf. Im Oktober 1998 wechselte er als stellvertretender Pflegedienst- und Einrichtungsleiter ans Bochumer Katharina-von-Bora-Haus, das er seit Januar 2010 leitet. Daneben bildete sich Hirtes stets berufsbegleitend weiter. So schloss er eine Qualifizierung für die mittlere Führungsebene und ein Studium zum Bachelor of Business Administration an der Steinbeis Hochschule Berlin ab. Seit 2008 absolviert er ein Studium am Institut für Arbeitswissenschaften der Ruhr-Universität Bochum, das er als Master of Organizational Management abschließen will.
Einen anderen Weg in die Altenpflege repräsentiert Dagmar Römhild. Die 56-Jährige hat ursprünglich Einzelhandelskauffrau gelernt. Nach verschiedenen Teilzeitbeschäftigungen als Verkäuferin und Familienphasen entschloss sie sich 2002 zur beruflichen Neuorientierung und begann die dreijährige Ausbildung am Fachseminar für Altenpflege. Heute arbeitet sie als Pflegefachkraft im Seniorenzentrum Fritz-Heuner in Dortmund. 2006 absolvierte sie die berufsbegleitende Weiterbildung zur Praxisanleitung in der Altenpflege leitet nun die neuen Auszubildenden an und bereitet sie auf die komplexen praktischen Abschlussprüfungen vor.
