Wege aus der Gewalt

Domestic violance

Gibt es Gewalt in Ihrer Partnerschaft oder Familie? Wir können Ihnen Wege zeigen, wie Sie sich und Angehörige daraus befreien. Das Ev. Beratungszentrum unterstützt in solchen Fällen Frauen, aber auch Männer, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind.

Wir informieren Sie über die rechtlichen Möglichkeiten nach Gewaltschutzgesetz (GewSchG), unterstützen bei weiterem Hilfebedarf und eventuell notwendiger Sicherheitsplanung. Wir klären den Kontext der Gewaltsituation und beraten über diese hinaus.

Opfer häuslicher Gewalt empfinden ihre Situation oftmals als ausweglos: Wo sie Geborgenheit erwarten, erleben sie Gewalt, denn der Täter ist oder war ein geliebter Mensch. Bedrohung, Isolation und Kontrolle durch den gewalttätigen Partner verunsichern und erschüttern das Selbstwertgefühl. Häufig sind Kinder betroffen; deshalb geht mit allen Folgeentscheidungen häufig die Sorge einher, den Kindern "einen Elternteil wegzunehmen", falls es  zur Trennung kommt. Oftmals bestehen finanzielle Abhängigkeiten zwischen Opfer und Täter, was den Schritt zur Trennung erschwert.

Häusliche Gewalt umfasst alle Formen physischer, sexueller und/oder psychischer Gewalt zwischen erwachsenen Personen in häuslicher Gemeinschaft, ohne Rücksicht auf ein spezielles, sie verbindendes Rechtsverhältnis (z.B. Ehe, Partnerschaft), auf das Geschlecht, die sexuelle Orientierung oder das Alter. Da es sich um Übergriffe handelt, die aus der Beziehung "häusliche Gemeinschaft" resultieren, ist der Ort des Geschehens unbeachtlich. In den häufigsten Fällen ist jedoch die Wohnung Tatort. Aber auch Bereiche, die außerhalb der Wohnung liegen, z.B. Kindereinrichtungen, Straße, Geschäfte und Arbeitsstellen, können Tatort sein.

Häusliche Gewalt hat vielfältige Erscheinungsformen: Sie reichen von subtilen Formen der Gewaltausübung durch Verhaltensweisen, die Bedürfnisse und Befindlichkeiten der Geschädigten/des Geschädigten ignorieren, über Demütigungen, Beleidigungen und Einschüchterungen sowie psychischen, physischen und sexuellen Misshandlungen bis hin zu Vergewaltigungen und Tötungen.  Kinder, die Gewalt gegen Mutter oder Vater erleben, tragen fast immer seelische und häufig auch körperliche Spuren wie Schlaflosigkeit oder Konzentrationsstörungen davon. Die Folgen variieren, je nachdem ob die Kinder Zeugen der Gewalttaten sind oder selbst misshandelt werden, wie viel Zeit seit der miterlebten Gewalttat vergangen ist und mit welchen Maßnahmen die akute Situation gelöst wurde.

In den meisten Fällen geht Gewalt gegen Frauen von Männern aus, die ihrem Opfer nahe stehen. Jede vierte Frau im Alter von 16 bis 85 Jahren wurde bereits einmal in ihrem Leben von ihrem Lebensgefährten oder Ex-Lebensgefährten misshandelt. Häusliche Gewalt ist sowohl körperlich als auch seelisch besonders belastend, weil sie zu Hause stattfindet – an einem Ort, der eigentlich Schutz und Geborgenheit vermittelt und von einem Menschen ausgeht, dem man vertraut.

Gewalt gegen Männer ist tabuisiert

Dass auch Männer zu Opfern und Frauen zu Täterinnen werden können, wird gegenwärtig immer noch gesellschaftlich tabuisiert. Dieser Umstand erschwert es Männern über ihre Gewalterfahrungen zu sprechen und führt nicht selten zu geschlechtsspezifischen Identitäts- und Rollenkonflikten und langfristigen psychischen und somatischen Folgen.

Das Ev. Beratungszentrum ist Mitglied im Bochumer Netzwerk gegen Häusliche Gewalt. Unser Beratungsangebot richtet sich an alle Menschen, die von häuslicher Gewalt direkt oder indirekt betroffen sind. Speziell übernehmen wird  die Akutberatung von Männern, die im häuslichen Kontext Opfer von Gewalthandlungen geworden sind. Nach einem Polizeieinsatz nehmen wir pro-aktiv Kontakt mit den Geschädigten auf und bieten ihnen Unterstützung im Umgang mit ihrer Gewalterfahrung an.

Kontakt

Evangelisches Beratungszentrum
für Ehe-, Erziehungs- und Lebensfragen
Westring 26
44787 Bochum
Telefon 0234 9133391
Telefax 0234 9133199

Ihre Ansprechpartnerin

Manuela Sieg

Manuela Sieg
Leiterin des Evangelischen Beratungszentrums

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Hilfe und Beratung auf einen Klick

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Für organisatorische Anfragen wenden Sie sich bitte an: ebz@diakonie-ruhr.de

Schweigen brechen

Hier gibt es Informationen zur Aktion #schweigenbrechen des Bochumer Netzwerks gegen häusliche Gewalt.